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ÖGB - Österreichischer Gewerkschaftsbund

12-Stunden-Tag kann zu mehr Unfällen führen

ArbeitsmedizinerInnen analysieren Studien und warnen vor Arbeitszeitverlängerung

Nach langen Arbeitszeiten kann es auch auf dem Heimweg zu mehr Unfällen kommen.
Nach langen Arbeitszeiten kann es auch auf dem Heimweg zu mehr Unfällen kommen.

Die Österreichische Gesellschaft für Arbeitsmedizin (ÖGA) hat Anfang Oktober ihren Leitfaden zur Beurteilung langer Arbeitszeiten veröffentlicht - oegb.at hat berichtet. Durch das 12-Stunden-Tag-Gesetz sei demnach „zu erwarten, dass die tatsächliche Wochenarbeitszeit für den einzelnen Beschäftigten steigt. Das kann auf keinen Fall als gesundheitsneutral angesehen werden.“ Die ÖGA hat viele wissenschaftliche Studien ausgewertet. oegb.at bringt die brisantesten Details.

Lange Arbeitszeit potenziert andere Risiken

Schichtbeginn zwischen 22 und 6 Uhr, keine oder unregelmäßige Pausen, Arbeit mit Hochrisikostoffen, Lärm, Hitze, Vibrationen, starre und nicht selbst mitgestaltete Arbeitszeiten, unstrukturierte Informationen, hohe Konzentrationserfordernis, … - „Eine Kombination von langen Arbeitszeiten und den angeführten Risiken potenzieren sich hinsichtlich einer möglichen gesundheitlichen Beeinträchtigung“, heißt es im Leitfaden.

Mehr arbeitsbedingte Verletzungen

„Fasst man die Ergebnisse der genannten wissenschaftlichen Publikationen zusammen, ergibt sich ein deutlicher Hinweis auf ein erhöhtes Risiko arbeitsbedingter Verletzungen bei verlängerter Arbeitszeit“, heißt es im Leitfaden wörtlich. Bei einer Arbeitszeitverlängerung von acht auf zwölf Stunden steigt das Unfallrisiko um 80 Prozent. Konkrete Beispiele aus Studien:

  • Bei Verlängerung der Arbeitszeit über 11,5 Stunden wurde ein erhöhtes Risiko für schwerwiegende Handverletzungen bei Fabrikarbeitern festgestellt.

  • Eine systemische Auswertung von Sozialversicherungsdaten von über einer Million Beschäftigten ergab ein erhöhtes Risiko für größere Unfälle am Arbeitsplatz nach der achten Stunde einer langen Schicht.

  • Eine Metaanalyse von 29 Studien ergab ein um rund 80 Prozent erhöhtes Risiko für Arbeitsunfälle bei einer Arbeitszeit von 12 Stunden, verglichen mit der Normalarbeitszeit von 8 Stunden.

  • Das Risiko eines tödlichen Arbeitsunfalls erhöht sich nach der neunten Stunde exponentiell. 

  • Die Anzahl der absolvierten Arbeitsstunden pro Woche (>40h) und die Anzahl der absolvierten Arbeitsstunden pro Tag (>8h) korrelierten positiv mit einem erhöhten Unfallrisiko.

Nicht nur die Unfälle direkt am Arbeitsplatz, auch die Wegunfälle könnten zunehmen, wenn die ArbeitnehmerInnen nach einer 12-Stunden-Schicht noch ins Auto steigen. PendlerInnen müssen ja nach der Arbeit irgendwie nachhause kommen und sind häufig aufs Auto angewiesen.

Bedenkliche Arbeitszeitverlängerung

Die ArbeitsmedizinerInnen ziehen aus alldem auch eine Schlussfolgerung: „Dadurch ist jedenfalls aus arbeitsmedizinischer Sicht eine Arbeitszeitverlängerung auf höchstzulässige Arbeitszeiten von täglich 12 Stunden und wöchentlich 60 Stunden bei Branchen bzw. Berufen mit erhöhter Unfallgefahr bedenklich, da eine höhere Auswirkung auf die Unfallrate zu erwarten ist.“

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